LandesAstenKonferenz Berlin Landes-ASten-Konferenz Berlin

Podiumsdiskussion: Neubauen / Besetzen / Enteignen?

Podiumsdiskussion: Neubauen / Besetzen / Enteignen?

Die LandesAStenKonferenz Berlin (AG Wohnen) lädt ein zur Podiumsidiskussion am:
Zeit: 17.Oktober 2018 um 19h
Ort: Raum 002/003, Institut f.SoWi der HU Berlin, Universitätsstraße 3b

Die Wohnungsfrage stellt sich neben vielen anderen einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen auch (angehenden) Studierenden zunehmend als eine existenzielle. Rasant steigende Mieten, unerträgliche Konkurrenz und dreiste Hausverwaltungen prägen den Berliner Wohnungsmarkt, der inzwischen für viele ein Hindernis für die Aufnahme ihres Studiums darstellt. Auch die vom Senat geplanten 5000 Wohnheimplätze schaffen da keine Abhilfe.

Auf dem Podium werden sich drei aktuell diskursprägende stadtpolitische Initiativen vorstellen und mögliche Antworten auf die Wohnungsfrage diskutieren:

Berliner Mietergemeinschaft

Die BMG bietet berlinweit solidarische Mietrechtsberatungen an und setzt sich auf politischer Ebene für mehr sozialen Wohnungsneubau ein.

bmgev.de

#besetzen

#besetzen ist eine aktivistische Kampagne, die seit Mai 2018 über 15 Objekte in Berlin besetzt hat, um sie sozialen Zwecken zur Verfügung zu stellen.

besetzen.noblogs.org

Deutsche Wohnen & Co enteignen

Dieses Berliner Volksbegehren will die Enteignung von Immobilienunternehmen rechtlich ermöglichen, soweit sie mehr als 3000 Wohneinheiten besitzen.

dwenteignen.de

Kritische Orientierungswochen an der ASH/BHT/ FU / HU / TU

Auch in diesem WiSe 2018/19 finden wieder an meherer Berliner Hochschulen die kritischen Orientierungswochen (KrOwos) statt, die ein Gegenangebot zu den offiziellen Orientierungsveranstaltungen der Hochschulen darstellen.

An mehereren Hochschulen sind die lokalen Asten unterstützend und auch organisatorisch mit in die KrOwos eingebunden. Mit einem breiten Angebot an Seminaren, Workshops, Rundgängen, Flohmärkten und Kneipenabenden bieten sie ein breites Angebot von Studierende für Studierende, sich abseits von Leistungsdruck und Lern-Dogma in dass Studium und die Stadt Berlin einzufinden.

Genauere Infos zum Programm finden sich auf den einzelnen Webseiten:

Auch die LAK beteiligt sich dieses Jahr am Programm und lädt ein zur Podiumsdiskussion:

Neubauen/ Besetzen/ Enteignen?

am 17.Oktober 2018, um 19h, im Raum 002/003 des Institut für Sozialwissenschaften an der HU Berlin (Universitätsstraße 3b, 10117 Berlin)

Offener Brief an das Präsidium der HU Berlin

Der AStA der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) enthält sich der Unterzeichnung des Briefes

Offener Brief an das Präsidium der HU Berlin

Nach einer "Kleinen Anfrage" des AfD-Abgeordneten Martin Trefzer im Berliner Abgeordnetenhaus, die u.a. nach den Namen der Referent*innen des AStA der TU, der FU und des RefRats (ges. AStA) der HU Berlin fragte, verklagte als einzige Universität das Präsidium der HU ihre Studierendenvertretung auf Herausgabe der Namen. Darüber hinaus forderte das Präsidium das Studierendenparlament zu einer Satzungsänderung auf. Bereits einige Wochen vorher wurde ein Statusgruppenveto der Studierenden
im Akademischen Senat übergangen.

Im August wurde außerdem die Quotierung im Studierendenparlament der HU durch das Präsidium aufgehoben. In einem weiteren Brief teilte das Präsidium ihre Vorstellungen von Änderungen der Verwaltungsvereinbarung, die die Zusammenarbeit zwischen Studierendenschaft und Universität regelt, mit. Unter anderem plant die Universitätsleitung zukünftig von studentischen Initiativen, Beratungen und Kinderladen Miete für ihre Räume verlangen. Auch die Rechtmäßigkeit von Fachschaftsinitiativen wird angezweifelt.

Dies zeigt eine neue Qualität der Politik gegen Studierende, die nur vor dem Hintergrund des allgemeinen Rechtsruck in der Gesellschaft zu sehen ist und sich in viele weitere Angriffe auf die Verfasste Studierendenschaft in Berlin und bundesweit einreiht.

Wir stehen solidarisch hinter der Verfassten Studierendenschaft und dem RefRat der HU. Wir fordern das Präsidium der HU auf, seine Klage gegen den RefRat, die erzwungenen Satzungsänderungen und die Aufhebung von Beschlüssen des Studierendenparlaments zurückzuziehen.

Wir verurteilen die eskalativen und skandalösen Eingriffe des Präsidiums der HU in die Autonomie der Verfassten Studierendenschaft und alle Angriffe auf studentische Rechte insgesamt.

Genauere Infos unter: http://www.refrat.de/news.html

"In mindestens einem Fall haben wir eine Wohnung nicht bekommen, weil einer unserer Mitmieter ein Geflüchteter aus dem Irak war"

Einsendung an die AG Wohnen der LAK Berlin von Studierenden, die von Wohnungsnot betroffen sind:

Als ich nach Berlin gezogen bin, habe ich einen Monat lang bei einer Freundin auf dem Boden, anschließend für einen Monat bei Freunden meiner Eltern, dann einen Monat schwarz ein Zimmer in einer 4-Zimmer Wohnung, in der nur zwei vermietet werden durften und anschließend einen Monat in einem echt hässlichen Wohnheim in Ruhleben gewohnt. Keines der Zimmer war zentral, keins davon wirklich günstig und in keinem davon konnte ich mich wirklich ausbreiten und wohl fühlen. Die Bemühungen, gemeinsam mit Freund*innen eine bezahlbare Wohnung anzumieten waren ermüdend, zeitraubend und letzten Endes fruchtlos. Wir hatten nicht das Gefühl, uns so präsentieren zu können wie wir sind, sondern dass wir uns als besonders vertrauenswürdige Spießer darstellen müssen, um eine Wohnung zu bekommen. In mindestens einem Fall haben wir eine Wohnung nicht bekommen, weil einer unserer Mitmieter ein Geflüchteter aus dem Irak war. Als der Besitzer das erfahren hat, hat er uns trotz mündlicher Zusage vier Tage vor Einzugsdatum abgesagt. Mittlerweile wohne ich in einem Plattenbau am Stadtrand. Wirklich zufrieden mit der Lage bin ich selbstverständlich nicht. Bloß erleichtert, dass ich nicht mehr neben dem Studium nach Wohnungen suchen muss, um nicht obdachlos zu werden.

anonym, 21 Jahre alt, studiert seit 1,5 Jahren in Berlin (Wise18/19)

Keine Wohnung zum Semesterstart?

Immer mehr Studierende starten wohnungslos ins Semester, weil es kaum noch bezahlbaren Wohnraum in Berlin gibt. Die Studierendenvertretungen der Berliner Hochschulen nehmen diesen Zustand nicht länger hin und wollen den von der Wohnungsnot betroffenen Studierenden eine Stimme geben.

Aus diesem Grund ruft die LandesAstenKonferenz Berlin (LAK) alle Studierenden, die sich in einer prekären Wohnsituation befinden oder drohender bis faktischer Wohnungslosigkeit ausgesetzt sind, dazu auf, bis zum 30. November 2018 Berichte über ihre persönlichen Erfahrungen auf dem Berliner Wohnungsmarkt einzusenden.

Falls du also von der Wohnungsnot akut betroffen bist und du deshalb:

  • auf Couches von Bekannten, in einem Hostel oder einem überteuerten Wohnheim übernachten musst oder in einem sonstigen prekären Wohn- oder Mietverhältnis steckst;
  • rassistische, sexistische oder anderweitig diskriminierende Erfahrungen auf dem Wohnungsmarkt gemacht hast;
  • von akuter Schlafplatz- bzw. Wohnungslosigkeit bedroht bist oder bereits eine oder mehrere Nächte ohne Schlafplatz verbracht hast;
  • überlegst, dein Studium in Berlin nicht anzutreten oder es abzubrechen
  • oder ähnliche Erfahrungen gemacht hast,

schreib deinen persönlichen Erfahrungsbericht mit freiwilliger Angabe von Hochschule und Kontaktdaten an:

// wohnen@lak-berlin.de

Falls du Ideen hast, wie die Wohnsituation in Berlin kurz- oder langfristig verbessert werden könnte, freuen wir uns davon zu erfahren! Selbstverständlich können wir auf Wunsch deinen Bericht auch anonym behandeln.

Die LAK wird alle zugesandten Fälle intern dokumentieren, auf der Website www.lak-berlin.de veröffentlichen und bei Anfragen von Journalist*innen und aktuellen Ereignissen ggf. zu euch Kontakt aufnehmen.

In der LandesAstenKonferenz Berlin vernetzen und koordinieren sich die gewählten Studierendenvertretungen (AStA), um die Interessen der Studierenden gegenüber der Landespolitik zu vertreten.

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